|
Wie bereits öfters
erwähnt begann alles mit einer Bastelpackung vor ganz genau 20
Jahren. Im September 1997 fertigte ich den 1. Bären und konnte seit
dem nicht mehr ohne sein. Während den ersten 10 Jahren nähte ich
Bären immer dann wann ich Lust hatte und Lust hatte ich fast immer.
Alles war super bis zum Frühjahr 2007.
Meine Kusine war der Meinung ich bräuchte unbedingt eine Webseite
und als ich dann argumentierte dass das nicht unbedingt nötig sei
und sowieso zu teuer und und.... machte sie kurzen Prozess und
stellte mir eine Homepage auf die Beine. Toll sah sie aus aber wie
sollte denn jemand sich die anschauen? Wie konnte ich de Adresse
bekannt machen?
Also entschloss ich mich eine Anzeige in eine Bärenzeitschrift zu
schalten und prompt es klappte, langsam aber sicher bekam meine
Webseite Besucher. Das Fatale an dieser Anzeige war dass sie neben
der Bekanntmachung des Euroteddywettbewerbs stand. Also beschloss
ich an eben diesem Wettbewerb teilzunehmen, ich kannte keine
Kriterien, nichts, ich reichte eben mal 3 Bären ein und gewann
sofort den 1. Preis in der Kategorie Teddybär Urform. Jetzt hatte
mich das Fieber gepackt, ich wollte es wissen und nahm dann 2008 am
TED world wide award (Weltmeisterschaft) teil und bekam den 1. Preis
in der Kategorie Artist. Von da an nahm ich jedes Jahr an einem
Wettbewerb teil und gewann 4 mal einen 1. Preis, 2 mal den 2. und
einmal den 3. Preis. Meine Kunden drehten durch und ich fing an im
Kreis zu drehen, immer mehr Teddys entstanden und immer größere
Nachfragen gab es. Das was einst das schönste Hobby der Welt war
begann in immer größeren Druck auszuarten. Ich nähte und nähte und
nähte, meine ganze Freizeit drehte sich nur noch ums Teddynähen.
Nebenbei ging ich zur Arbeit, sittete meine Enkelkinder, versorgte
Haus und Garten. Gott sei Dank stand mein Mann immer hinter mir und
half wo er eben konnte.
Letztes Jahr entschied ich dann: Wir hören auf, ab Ende des Jahres
gibt es keine „Bieren aus Lëtzebuerg“ mehr. Es dauerte einige
Wochen, die turbulenter nicht sein konnten, ich verkaufte alles,
sogar einige meiner Wettbewerbsbären verließen mich, aber dann war
Ruhe und ich konnte nichts mit mir anfangen. Nach dem Druck der
letzten Jahre war nun Leere. Ich schaffte es ganze 3 Monate dann
nähte ich wieder einen Bär. Bis jetzt sind es schon ganze 15 in
einem Jahr. Es macht wieder Spaß aber nur in reduziertem Rhythmus.
Das Bärenvirus ist einfach nicht so leicht auszurotten, es mutiert
immer wieder.
Ich werde auch weiterhin meinen klassischen Bären treu bleiben.
Nähen tue ich nur noch tagsüber und Zukunftspläne mache ich
überhaupt nicht mehr. Es kommt wie es kommen muss, entweder nähe ich
noch in 10 Jahren oder ich höre irgendwann ganz auf. Große
Ausstellungen sind sowieso gestrichen.
Im Moment geniesse ich es wieder dann und wann Bären zu nähen und
ich hoffe dass auch meine Kunden mir noch einige Jahre treu bleiben
werden. |